Tim Ferriss: Der 4-Stunden-Körper

4-Hour-body-mp-webFitter – gesünder – attraktiver – Mit minimalem Aufwand ein Maximum erreichen. So hätten wir es gerne,  und darüber geht es in dem Buch des Erfinders der 4-Stunden-Woche (auch so ein Bestseller).

Und nun weiß ich nicht recht, was ich von dem Buch halten soll. Tim Ferriss hat in dem 4-Stunden-Körper 2010 aufwändig neueste Erkenntnisse rund um den Körper gesammelt, damit wir, die Leser, uns das eigene Recherchieren sparen können. Der schillernde Autor hat sich mit Studien auseinandergesetzt und direkt mit Wissenschaftlern, Sportmedizinern und professionellen Trainern gesprochen. Und weil er so experimentierfreudig ist, hat er selbst Versuchskaninchen gespielt. Die Ergebnisse schildert er in dem Buch.

Der 4-Stunden-Titel suggeriert, dass es wirklich um 4 Stunden ginge. Gemeint ist aber, dass es einige wenige Methoden gibt, die besonders gut wirken.  Und dass es leichter sei, sich mit diesen wenigen Methoden und Übungen fit und schlank zu halten, statt mit einem zeitraubenden Rund-um-Paket, wie z.B. vielen verschiedenen Übungen und ihre vielen Wiederholungen an mehreren Tagen die Woche oder im Falle einer Ernährungsumstellung viele verschiedene Rezepte, aufwändiges Einkaufen, Kochen, Kalorienzählen.

Breites Sortiment für den Body

Teilweise ist Ferris sehr detailliert. So schildert er genau, welche Möglichkeiten es gibt, um Werte wie Gewicht, Fettanteil, Muskelanteil, Wasseranteil, Oberarmumfang oder Bauchumfang usw. zu messen. Es gibt Kapitel übers Gewichtreduzieren, klar. Aber auch über Nahrungsergänzung, das Kettlebell-Training und Bankdrücken, Anleitungen zu einem besseren Laufstil und eine effizientere Schwimmtechnik und auch für einen besseren Schlaf. Sogar der Sex wird nicht vergessen.

Diese Querbeet-Mischung habe ich nicht von Anfang bis zum Ende gelesen. Vieles habe ich überflogen, in vieles habe ich mich vertieft. Denn spannend geschrieben ist es. Ferriss schafft es, anschaulich biologische Hintergründe und funktionale Gegebenheiten zu skizzieren. Dies immer im Hinblick darauf, wie sich dieses Wissen praktisch für Training und Ernährung einsetzen lässt.

Es gibt ausführliche Anleitungen mit Fotos und Zeichnungen, auch Rezepte. Und am Ende jedes Kapitels gibt es Links zu bestimmten Inhalten und Studien im Internet. Ich habe versucht, einige wenige Links zu finden, aber leider stimmten genau diese Adressen nicht oder nicht mehr (die englische Originalversion ist ein paar Jährchen alt, vielleicht sind auch einige Links irrtümlich übersetzt worden? Ich habe mir das Buch per Onleihe ausgeliehen). Es gibt auch Hersteller-Links z.B. für die im Buch genannten Nahrungsergänzungsmittel, die Kettlebell, Barfuß-Schuhe u.a. … Empfehlung des Autors, seine persönlichen Favoriten, und Werbung.

Nicht alles nachmachen

Ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass Tim Ferriss Spaß an seinen Recherchen hatte und seinem Körper einfach alles zumutet – aus reiner Experimentierfreude – und auch, um den Körper in gewisserweise auszutricksen. Die Leser müssen nicht alles nachmachen.

Die Diät habe ich allerdings ausprobiert. Mit wenig Aufwand die paar überflüssigen Kilos loswerden, will ich nämlich schon lange. Bei der von Tim Ferriss empfohlenen Slow Carb Diät soll sich der Stoffwechsel auf Fettverbrennung umstellen. Es klingt beim Lesen alles sehr einleuchtend, und Ferriss berichtet von verblüffenden Erfolgen (anhand von Vorher-Nachher-Fotos). Aber ich habe die Diät nur knapp 10 Tage durchgehalten. Ich hatte damit einfach keine Freude am Essen, und ich bin ein Genussmensch. Als Vegetarierin kann ich hier nur wenig variieren (immer nur Ei?). Also habe ich mir das Experiment nicht länger als nötig zugemutet. Auch das gehört zu einem vernünftigen Umgang mit dem eigenen Körper. Vielleicht versuche ich es mit einer anderen Methode oder mit Sport. Kraftraining und Laufen passen nicht unbedingt zu mir, aber ich habe mir jetzt ein Minitrampolin bestellt. Das kommt in dem Buch zwar nicht vor, aber ich meine, ohne Spaß an der Sache kann man es gleich vergessen.

 Methoden

  • Slow Carb Diät: Man vermeide an 6 Tagen der Woche die ‚weißen‘ Kohlenhydrate und Milchprodukte (Kartoffeln, Reis, Brot, Zucker). Stattdessen gibt es mehr Eiweiß (Fleisch, Eier, körniger Hüttenkäse) sowie Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen) und natürlich Gemüse zu essen. Obst wird gemieden. An einem Tag in der Woche ist dagegen alles erlaubt, der sogenannte „Fress-Tag“.
  • Zielgewicht anpeilen – mentale Einstellung: Ziel ist ein langsames stetiges Annähern an das Zielgewicht. Das Ausgangsgewicht wird am Anfang einer Tabelle vermerkt, das Endgewicht am Ende der Tabelle. Dazwischen liegt der Zeitraum, in welchem das Gewicht abgebaut werden soll. Das Gewicht wird zu festgelegten Zeiten gemessen und in die Tabelle eingetragen. Am besten auch graphisch aufbereiten.

Zitat

The 4-Hour Body is the result of an obsessive quest, spanning more than a decade, to hack the human body.

(Zitat aus der Webseite http://fourhourbody.com. Meine Übersetzung: Der 4-Stunden-Körper ist das Resultat einer über eine Dekade andauernden obsessiven Suche, den menschlichen Körper zu hacken (bzw. an seine Grenzen zu bringen).

Links

  • fourhourbody.com: Die Webseite von Tim Ferriss zum Buch
  • 4-Stunden-Körper-Blog  von Malte Tückmantel mit Tipps und Rezepten für die Slow Carb Diät. Malte experimentiert anhand der Vorlage und beschreibt seine Erfahrungen.
  • Die-4-Stunden-Körper-Toolbox von Joachim Simon bietet Tipps, Tricks und Kritik zu den Experimenten sowie wichtige Ergänzungen zum Buch, z.B. damit sich Anfänger beim Training mit Gewichten nicht verletzen.

 

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Sabine Bösel/Roland Bösel: Warum haben Eltern keinen Beipackzettel?

Buchcover: Warum haben Eltern keinen BeipackzettelHuch, Beipackzettel? Sind Eltern etwa Arzneimittel mit Risiken und Nebenwirkungen? Wer den Titel des Buchs von Sabine und Roland Bösel liest, denkt vielleicht an einen Erziehungsratgeber. Doch die neun gehaltvollen Beipackzettel, die die beiden Paartherapeuten gemeinsam mit Daniela Pucher geschrieben haben, richten sich an erwachsene Paare. Es geht um unterschiedlichste Beziehungsprobleme. Vom Anschweigen und Zurückziehen über die möglicherweise falsche Berufs- und Partnerwahl bis zum Kommandieren, Beschuldigen und Fremdgehen und weitere.
Allen Fällen gemeinsam ist die Annahme, dass sich das emotionale Erbe unseres Elternhauses in den Konflikten zeigt. Dass die Paare oft über etwas streiten, was seinen Ursprung außerhalb der Beziehung hat. Sie können es nur lösen, indem sie sich  ihre Verhaltensweisen bewusst machen. Und sich der Vergangenheit, ihrer Kindheit, ihrer Vorfahren stellen. Die Autoren schildern viele Fallbeispiele aus ihrer Beratungspraxis – und scheuen sich auch nicht, von ihren eigenen Paarkonflikten zu berichten.

90-10-Regel für Konflikte

Schon im ersten Kapitel laden die Autoren ihre Leserschaft ein, vom Begriff der „Schuld“ wegzukommen. Nach ihrer 90-10-Regel sagt jede frustrierende Situation mehr über uns selbst aus als über unsere Beziehung. 90 Prozent des Konflikts basierten auf unseren eigenen Erfahrungen, unserer Geschichte, 10 Prozent hätten mit dem aktuellen Anlass zu tun. Partner und Partnerin sind nach diesem Modell nur Auslöser. Sie bringen uns nach Meinung der Autoren dazu, unsere alten Erfahrungen mit einer aktuellen Situation zu verknüpfen – und lösen damit ein reaktives Muster aus.
Die Therapeuten machen deutlich: Werden die Ursprünge der Probleme nicht geklärt, dann hilft es nicht, einfach in der Situation zu verharren oder es mit immer wieder neuen Partnern zu versuchen.

Eltern als Beziehungsvorbilder

Eltern dienen als Beziehungsvorbild , auch wenn uns das nicht bewusst ist. Schon die Partnerwahl hängt eng mit unseren Erfahrungen zusammen. Im Buch zeigen viele Beispiele, wie es zu unerwünschten Nebenwirkungen durch das emotionale Erbe kommen kann. Da wird kopiert, was schon bei Vater oder Mutter beobachtet wurde, oder es wird – beim ewigen Rebell – ganz das Gegenteil gelebt, um es nur ja ganz anders als die Eltern zu machen.
In den Fällen, die die Autoren genauer betrachten werden, geht es um
  • verdeckte Aufträge an Kinder – wie z.B. für das Glück der Eltern verantwortlich zu sein
  • Schuldgefühle und Schuldzuweisungen
  • unbewusste Beschlüsse von Kindern – wie z.B. sich niemals so runtermachen zu lassen wie der Papa
  • Geheimnisse und Familiengeheimnisse
  • Rebellion
  • Vergebung

Warnhinweise

Jedes Kapitel startet mit einer Gebrauchsinformation und Warnhinweisen. Das hat mir gut gefallen, weil es einen Bezug zum Titel des Buches herstellt und gut auf das jeweilige Thema einstimmt. Die Inhalte sollen natürlich den Geist der Veränderung wecken. Und Menschen, die sich auf die Lösungsansätze einlassen, sollen Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen.
Der Ratgeber nimmt immer wieder Bezug auf die Paar- und Generationenseminare, die die beiden Wiener Therapeuten anbieten. Aber es muss ja nicht jeder eine Therapie machen. Das Buch bietet schon mit den Fallbeispielen wichtige Denkanregungen. Die Autoren stellen den Leserinnen und Lesern Fragen und bieten damit viele Impulse, um den Ursachen für wiederkehrende Konflikte auf den Grund zu gehen.

Methoden

  •  Theaterblick: Man stelle sich dabei vor, wie das eigene Leben und die eigene Beziehung auf einer Theaterbühne aufgeführt würden. Das Zuschauen soll erstens Distanz zum eigenen Problem erzeugen. Zweitens soll der Blickwinkel geweitet werden, indem auch die anderen Akteure, ihre Handlungen und Situationen betrachtet werden. Die neutrale Perspektive hilft dabei, das was tatsächlich passiert ist, von den eigenen Emotionen zu trennen.
  • Liebe und Geduld: Es dauert seine Zeit, Reaktionsmuster zu verändern. Deshalb ist Selbstgeißelung fehl am Platz – auch wenn man wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällt. Selbsterkenntnis, Selbstliebe und eine gute Portion Humor helfen.
  • Imago-Paartherapie: Dabei geht es darum, mit dem Partner auf neue Weise zu kommunizieren, sich einzufühlen in seine/ihre Geschichte und Verhaltensweisen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Das Buch erklärt diesen Ansatz nicht ausführlich, nimmt aber Bezug darauf, weil die beiden Therapeuten damit arbeiten. (Genaueres dazu steht in einem anderen Buch der Bösels).

Zitat

Innere Reife entwickeln wir zum einen durch Loslassen. Zum anderen gilt es zu würdigen, dass unsere Vorfahren nur so und nicht anders handeln konnten. Und schließlich ist es auch wichtig, dankbar zu sein, für das, was wir bekommen haben und lernen konnten.

Sabine Bösel, Roland Bösel: Warum haben Eltern keinen Beipackzettel? Über Risiken und Nebenwirkungen des emotionalen Erbes fragen Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner
2013 Orac/192 Seiten

Verwendung des Coverbilds mit freundlicher Genehmigung vom Verlag Kremayr & Scheriau/Orac

Barbara Sher: Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will

Lächelnder Mensch, viele Arme, Buch, Text, Glühbirne, Pinsel, Blumen, HammerWer längere Zeit im gleichen Job arbeitet, bei dem stellt sich natürlich Routine ein. Dann tauchen bald Fragen nach den nächsten Zielen auf: „Wie geht’s jetzt weiter?“ und „Wo will ich hin?“

Vor einigen Jahren war ich diesbezüglich ziemlich ratlos, blieb aber bequem in meiner Komfortzone. In dieser Zeit fiel meine Aufmerksamkeit auf das Buch von Barbara Sher (mit Barbara Smith) „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will.“ Angesprochen hatte mich im Klappentext das Ziel „wieder Zugang zu meinen Wünschen und Träumen“ zu erlangen. Barbara Sher geht davon aus, dass wir längst wissen, was wir wollen.

  • Nur erschlagen uns die vielen Möglichkeiten, die es heute in unserer Welt gibt.
  • Und manchmal hindern uns innere Konflikte daran, das zu tun, was wir lieben.

Also schickt die Autorin ihre Leser/innen zunächst auf eine Reise in die Vergangenheit und zu den mehr oder weniger subtilen Erwartungen, die andere (vermeintlich) an sie stellen oder gestellt haben.  Dann geht es darum, sich mit den inneren Widerständen zu befassen. Was genau hält Dich davon ab, aktiv zu werden? Was für eine Stimme redet es Dir immer wieder aus, Dich mit deinen Träumen zu befassen?

Ein Schiff sollte segeln, nicht im Hafen liegen

In meinem Fall war damals der Wunsch nach Sicherheit sehr stark. Auch nach dem Lesen dieses Buches blieb ich weiter in meinem Beruf und in meiner Firma. Das entsprach meinem Sicherheitsbedürfnis. Doch ich begann auch eine nebenberufliche Ausbildung als Qigong-Lehrerin, was mir Abwechslung und Ausgleich zu meinem Bürojob sowie viele neue Inspirationen brachte.

Im Kapitel 4 „Im sicheren Hafen bleiben“ können Leser austesten, ob das Sicherheitsbedürfnis zu ihrem Naturell gehört, was  alles „Abenteuer“ bedeuten kann, und was sie für sich selbst gerne tun würden.

Weitere innere Konflikte, die Barbara Sher jeweils in eigenen Kapiteln beleuchtet sind zum Beispiel Angst vor Erfolg, zu viele Dinge wollen, im falschen Beruf erfolgreich sein, etwas wollen, was nicht anerkannt wird und andere.

Fragen der Mentalität

Für mich war das Kapitel 6, „Ich will zu viele verschiedene Dinge“, ebenfalls aufschlussreich. Mich interessieren viele Themen und ich fand es daher sehr schwer, mich überhaupt für ein Studium bzw. einen Beruf zu entscheiden. Nach Barbara Sher könnte dies auf eine „Scanner“-Persönlichkeit hinweisen: „Jemand, der sich für die erstaunliche und unendliche Vielfalt des Lebens begeistert.“  Eine andere Möglichkeit wäre die „Taucher“-Mentalität, also jemand, der es liebt, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Was mir an dem Buch besonders gut gefiel:

  • viele praktische Übungen zum Mitmachen
  • viele Fallbeispiele aus der Beratungspraxis der Autorin
  • viele Tipps, wie die Leser/innen mit ihren jeweiligen Konflikten umgehen können
  • die Wertschätzung für Menschen, die aus jeder Zeile spricht

Ich habe mit dem Buch viele Einsichten gewonnen und seit dem Lesen einen Abschluss als Qigong-Lehrerin sowie mehr Wagemut und Risikobereitschaft, um meinen „sicheren Hafen“ von Zeit zu Zeit zu verlassen.

Thema

  • Eine Anleitung, um die eigenen Berufs- und Lebensträume zu erkunden.

 Methoden

  • Job aus dem Himmel: Es geht darum, sich den besten Job auszumalen, den man sich denken kann. Das absolute Ideal hinsichtlich der Arbeit an sich, den Kollegen, Chefs, Kunden, Arbeitsplatz, Arbeitszeit…
  • Job aus der Hölle: Wer mit dem Job aus dem Himmel Probleme hat, kann mit dem Job aus der Hölle anfangen: Sich das allerschlimmste Arbeitsszenario ausdenken, mit den schlimmsten Kollegen, Vorgesetzten, Kunden, Arbeitsort usw.  – und dann zu jedem Detail das Gegenteil finden, was dann den Idealjob ergäbe.

 Zitat

„Was Sie lieben, ist auch das, wofür Sie begabt sind.“

 

 

 

Renaissance Business: Wie Multitalente ihr Blogthema finden

Es ist eine Binsenweisheit, dass Menschen verschieden sind. Trotzdem halten wir es für völlig normal, dass alle eine ähnliche Karrierestrategie verfolgen sollten. Vielleicht meinst du ja, dass du nach dieser einen Berufung suchen musst. Einen Beruf, der dich voll und ganz ausfüllt? Und bist schon leicht nervös, weil du dich für so viele verschiedene Dinge interessierst.

Mir ging es so, bis ich vor etwa einem Jahr den Blog „Puttylike“ von Emilie Wapnik fand. Hier geht es um alles rund um Leben und Arbeiten für sogenannte „Multipods“, also Vielbegabte, Multitalente, Scanner. Ich mag den persönlichen, ehrlichen Stil, in dem die Artikel dort gehalten sind. Ich habe mich dort wiedererkannt. Ich darf ruhig anerkennen, dass mein Talent darin besteht, mich mit immer neuen Wissensgebieten zu  befassen – und dass ich eben gerade keine Spezialistin bin. Und viele Kommentare dort zeigten mir, dass

  • ich gar nicht allein bin und
  • es auch andere Karrieren gibt
  • und dass es Spaß macht, vielseitig zu sein.

Allen, die sich nun fragen, wie sich damit Geld machen lässt, empfehle ich ein gutes Einsteigerbuch fürs Bloggen – für Leser/innen mit guten Englischkenntnissen.

Schritt für Schritt zum eigenen Blog

Laut Emilie ist das digitale Business für Vielbegabte wie geschaffen, weil es viele verschiedene Fähigkeiten erfordert: Schreiben und Kommunikation, kreative Gestaltung, Technik und dazu die entsprechenden Themen.

RenaissanceDas E-Book „Renaissance Business: Make Your Multipotentiality Your Dayjob“ ist ein Arbeitsbuch, es bereitet Schritt für Schritt den Weg zum eigenen Blog vor. Das Buch ist dabei keine Einleitung zum Umgang mit WordPress oder anderen Content Management Systemen.

Es geht vielmehr darum, welche Inhalte und welche Gestaltung am besten zum eigenen Blog passen. Daher gibt es Übungen zu Talenten, Zielen, Ideen. Zum Beispiel dazu, wie wir unser ureigenes übergreifendes Dachthema finden, Emilie nennt es „umbrella“ (Schirm). Etwas, das eine Klammer für unsere verschiedenen Interessen und Talente bildet.

Das alles führt schlüssig bis zu Überlegungen für den Namen des Blogs und einen Slogan. Mit dieser Anleitung habe ich dieses Blog begonnen. Mein Thema „Bunte Segel“ entstand für mich als Bild dafür, dass wir die bunten Farben in unseren Lebensläufen nutzen können und dass sie uns voranbringen.

Sonderangebot im September 2013

Anlässlich seines dreijährigen Bestehens gibt es eine Sonderaktion bei Puttylike:

Wer bis 25. September 2013, 11:59 p.m. Pacific Time, bzw.  in Europa ( 9 Stunden voraus ) bis 26. September 2013, 08:59 CET im Puttyshop einkauft, kann einen 50% Nachlass erhalten:  Bei der Bestellung muss der Discount Code: „puttyversary“ (ohne Anführungszeichen) eingegeben und auf Aktualisieren geklickt werden, dann halbiert sich der Betrag. Wenn ihr über einen meiner Empfehlungslinks bestellt, erhalte ich eine Provision.

Was die Renaissance mit Business zu tun hat

Ich weiß nicht, wer als erstes die Idee hatte, dass Vielbegabte Ähnlichkeit mit Renaissancemenschen haben. Ich werde es nachreichen, wenn ich eine Quelle dazu finde. Zumindest finde ich es passend, dass die Renaissance den Menschen als schöpferisches Individuum (aus Wikipedia) begreift.

Viel Spaß beim Lesen!

Morgenseiten

Morgenseiten werden jeden Morgen von Hand geschrieben. Es handelt sich bei dieser Methode nach Julia Cameron in der Regel um ein freies, automatisches Schreiben. Eine Art „Stream of Consciousness“ – Bewusstseinsstrom. Bei dieser Übung darf das „kreative Ich“ aus seinem Versteck kommen. In der Regel sollen mindestens drei DIN A4 Seiten, täglich direkt nach dem Aufstehen von Hand geschrieben werden. Sie überlisten den inneren Zensor bzw. die innere Perfektionistin. Nach Cameron gibt es gar keinen falschen Weg, diese Morgenseiten zu schreiben. Kreativität bekommt freie Hand.

Klassiker: Julia Cameron – Der Weg des Künstlers

Als Julia Cameron 1992 „The Artist’s Way“ veröffentlichte, konnte sie nicht ahnen, dass dies zu einem Langzeit-Bestseller der Kreativitäts- und Ratgeberliteratur werden würde. Zu dieser Zeit hatte die Journalistin, Drehbuchautorin, Filmemacherin bereits über ein Jahrzehnt Erfahrung darin, anderen Menschen aus ihrer blockierten Kreativität zu helfen. Entsprechend authentisch ist daher das ganze Buch, gespickt mit vielen Beispielen aus Workshops und einer großen Portion Lebenserfahrung. In deutscher Übersetzung erschien das Buch 1996, und Julia Cameron hat seither viele weitere Bücher rund um Schreiben, Spiritualität und Kreativität veröffentlicht – neben ihrer künstlerischen Arbeit.

Spielzeit für das innere Kind und die eigene Kreativität

rollerskatesDas Buch ist ein richtiges Mitmach-Programm, das viele Gelegenheiten für kreative Erlebnisse bietet. Es richtet sich an alle Menschen, die einen Zugang zu ihrer Kreativität suchen. Damit sind nicht nur Künstler gemeint, etwa Autoren, die nicht mehr schreiben, oder Maler, die nicht mehr malen können. Jeder Leser, jede Leserin, erhält nach den einführenden Kapiteln einen Vertrag, um sich für zwölf Wochen auf das Abenteuer Kreativität einzulassen. Jede Woche beleuchtet einen Aspekt, der uns auf dem Weg helfen oder behindern könnte. Dazu gibt es Impulse zum Nachdenken und Erinnern, Übungen, Hausaufgaben, die mitunter lang Verschüttetes wieder an die Oberfläche bringen. So habe ich während der Arbeit mit diesem Buch mein inneres Kind wiederentdeckt und ihm die Rollschuhe gekauft, die ich mir früher immer gewünscht hatte.

Was dieses Buch so besonders macht

Mich spricht die Authentizität der Autorin an. Sie kennt die Ängste, negativen Glaubenssätze, Ausreden und alle möglichen Hindernisse, mit denen wir unsere Kreativität oft im Keim ersticken. „Der Weg des Künstlers“ ist nicht nur eine Anleitung zu mehr Kreativität, sondern in gewisser Weise ein spiritueller Pfad.

Sehr inspirierend finde ich die Gestaltung des Buches mit vielen Lese-Häppchen, Zitaten, Listen.

Thema

  • Ein Mitmach-Programm, um die eigene Kreativität zu aktivieren und re-aktivieren.

 Methoden

  • Tägliche Morgenseiten: Bei dieser Übung darf das „kreative Ich“ aus seinem Versteck kommen. Die drei DIN A4 Seiten, täglich direkt nach dem Aufstehen von Hand geschrieben, überlisten den inneren Zensor bzw. die innere Perfektionistin. Denn nach Cameron gibt es gar keinen falschen Weg, diese Morgenseiten zu schreiben. Kreativität bekommt freie Hand.
  • Kreativtermin/Artist’s Date: Eine wöchentliche Qualitätszeit nur für dich und dein kreatives Ich. Etwa zwei Stunden Verwöhnzeit, Spiel, Spaß, Flohmarktbummel, Waldspaziergang, Düfteschnuppern in der Parfümerie…

 Zitat

„Creativity is God’s gift to us. Using our creativity is our gift back to God.“ (Julia Cameron, The Artist’s Way – Basic Principles)

„Gott hat uns Kreativität geschenkt. Unsere Kreativität zu nutzen, das ist unser Geschenk an Gott.“ (Meine Übersetzung)

 

 

Ein Kalender fürs „Commitment“

Kalenderblatt für 100 Tage zum Ankreuzen

Es ist schon bald Ende Februar, und ich komme nicht voran. Ich ahne es, ich befürchte es.

Damit die Ahnung es bunt auf weiß bekommt, führe ich nicht einfach eine Strichliste ein. Ich schaffe mir ein visuelles Instrument: Den Ankreuz-Kalender für 100 Tage* oder 100 Male, an denen ich etwas für mein Commitment in diesem Jahr tue.

Ich freu mich schon, wenn ich die ersten 25 oder 50 Male erreicht habe. An den Meilensteinen werde ich feiern. Ich glaube und hoffe, dass es dann für mich wie von selbst läuft.

Denn wenn ich meine Ziele im ersten Halbjahr noch erreichen möchte, dann muss ich wirklich sehen, was ich dafür tue. Auf einem meiner Kalender wird deshalb stehen: „30 – 60 Minuten Schreibzeit für Roman“.

Den Kalender gebe ich hier zum Download frei, vielleicht braucht ja noch jemand eine bunte Ankreuzfläche. Er heißt natürlich „Mein Commitment“, weil Commitment mein Jahresthema ist, lässt sich aber frei anpassen. Sowohl für Schreibziele wie auch für Fitnessübungen, Meditation- und Yoga oder Diätthemen. Hauptsache es geht um einen definierten Zeitraum, an dem regelmäßig etwas Bestimmtes getan wird. Wem die 100 Tage zuviel sind, der kann ja auch explizit 50 Male hineinschreiben oder 50 Mal in 100 Tagen oder wie auch immer.

*Wie komme ich ausgerechnet auf 100? In Qigong werden auch Übungskalender über 100 Tage genutzt. Man geht davon aus, dass dir nach 100 Tagen die Übungen in Fleisch und Blut übergehen. Natürlich schafft das nicht jeder. Daher ist die Variante 100 Mal z.B. innerhalb vier bis fünf Monaten eine praktikable Alternative.

Download: Buntesegel Commitment-Kalender (PDF, 370kb)